Produkttest: Berghaus Men`s Temperance Jacket – GoreTex Pro-Shell

10. November 2009 4 Von Redaktion | HikingGear.de

Auf Tagestouren oder auf kleinen Spaziergängen mit dem Hund wird man wohl eine GoreTex ProShell Jacke maßlos unterfordern. Sind die Touren, die Wetterverhältnisse und die sonstigen äußeren Umstände etwas rauer, wenn nicht sogar extremer, muss man sich auf seine Ausrüstung hundert Prozent verlassen können.

Gut ist man dann beraten, wenn man eine Jacke trägt, die schon mal belastbarer ist und nicht direkt im Dauerregen nach kurzer Zeit durchnässt oder die beim ersten Felskontakt reißt.

Von der Firma Berghaus gab es vor Monaten die Möglichkeit, eben so eine Jacke für das Extreme zu testen.

Im umfangreichen Sortiment von Berghaus entschieden wir uns für die leichte GoreTex ProShell Jacke Berghaus Temperance aus der Extreme Kollektion.

Unverbindliche Preisempfehlung

Mit einem Preis von 220 Britische Pfund bzw 329,95 € befindet sich die Berghaus Temperance Jacke im preislichen Mittelfeld unter den 3-lagigen Goretex Jacken.

Einsatzbereich

Aufgrund der „Extreme“ Serie ist die Berghaus Temperance für alle Einsätze zu gebrauchen, wo man sich auf seine Ausrüstung verlassen muss.  Sowohl als Jacke beim Bergsteigen, als Jacke auf Trekkingtouren und auch beim Klettern ist die Berghaus Temperance Jacke einsetzbar.

Kapuze

Bei der Kapuze der Berghaus Temperance wurde wieder das bewährte Raptor-Hood-System verwendet. Für eine Jacke, die für Klettertouren gemacht wurde, ist die Kapuze selbstverständlich Helmtauglich.

In der Praxis überzeugte die Kapuze auf ganzer Linie. Der Sitz der Kapuze ist außerordentlich gut. Drehungen mit dem Kopf nach rechts bzw nach links sind ohne Beeinträchtigungen oder Neueinstellen der Kapuze möglich.

Durch Einstellmöglichkeiten am Hinterkopf lässt sich die Kapuze der Berghaus Temperance auf die „Kopfgröße“ einstellen. Im Vergleich zu anderen Jacken, die z.B. nur Klettverschluß am Hinterkopf zur Einstellung bieten, kann die Kapuze sowohl auf große, als auch auf kleine Köpfe angepasst werden, ohne dass der Schirm der Kapuze zu tief im Blickfeld hängt. Wenn man auf eine gut sitzende Kapuze bei Trekkingtouren eventuell verzichten könnte, so ist dies beim Klettern ein K.O.-Kriterium, welches die Berghaus Temperance mit Bravour gemeistert hat.

Sind die Wetterbedingungen rauer, so muss man auch schon mal alle Öffnungen enger ziehen können. Für mich unbegreiflich, warum bei 3-Lagen Goretex Jacken zum Teil an Einstellmöglichkeiten der Kapuze gespart wird, aber auch hier ist die Berghaus Temperance gut ausgestattet. Durch eine am Rand des Schirms verlaufenen Kordel lässt sich die Kapuze der Berghaus Temperance auf zwei Höhen an der jeweiligen Seite einstellen und dadurch zuziehen.

Material

Berghaus kombiniert bei der Temperance die Strapazierfähigkeit von zwei 3-lagigen GORE-TEX® Pro Shell-Stoffen.

Direkt am Körper liegt ein Nylongewebe mit glatter Oberfläche. Das glatte Nylongewebe sorgt für hohe Verschleißfestigkeit und Wasserschutz. An Stellen, die starkem Verschleiß ausgesetzt sind, befindet sich mit einem leichten, glatten Nylongewebe in Leinwandbindung,  ein Material, was für eine höhere Verschleißfestigkeit und bessere Wasserabdichtung sorgt. Rein optisch sind die jeweiligen Schichten an der Ripstop Optik erkennbar.

Gewicht

Mit einem Gewicht von 470 g ist die Berghaus Temperance schon sehr leicht für eine 3-lagige GoreTex Jacke. Es gibt durchaus leichtere Jacken aus GoreTex Pro Shell doch sind diese in der Regel nicht wesentlich leichter, als die Angabe bei der Berghaus Temperance oder sind z.B. Schlupfjacken mit einem halben Reißverschluss.

Verarbeitungsqualität

Die Berghaus Temperance machte vorab schon einen gut verarbeiteten Eindruck und nun auch nach einigen Touren sind noch keine Mängel erkennbar. Die Reißverschlüsse gehen noch recht leichtgängig, obwohl man bei wasserdichten Reißverschlüsse eigentlich schon Ausfallerscheinungen oder Beeintrchtigungen erleben könnte.

Schnitt

Den Schnitt der Jacke würde ich als technisch bezeichnen. Ich verstehe darunter eine Jacke, die etwas kürzer ist, eben gut für Aktivitäten, wo man Bewegungsspielraum haben muss und somit auch etwas mehr am Körper anliegt.

Klima

Die Berghaus Temperance Jacke hat zwar keine Reißverschlüsse unterhalb der Achseln, dafür zwei große Taschen rechts und links in unmittelbarer Nähe der Arme.

Zitat hierzu von Berghaus:

Core-Venting-Taschen mit Reißverschlussöffnungen helfen beim Regulieren Ihrer Körpertemperatur, damit Ihnen bei jeder Anstrengung wohl ist.

In der Praxis hat man die Öffnungen unter den Achseln noch nicht vermisst. Natürlich sind Jacken grundsätzlich an heißen Sommertagen und in den Momenten eines schwülen Sommergewitter immer eine Sauna. An dem Unwohlsein ändert dann auch meiner Meinung kein noch so großer Reißverschluss unter den Achseln.

Unter realistischen Bedingungen zwischen  4° C und 20° C  kam es bislang noch zu keinem unangenehmen Moment in der Berghaus Temperance Jacke. Die Membran und auch die Core-Venting Taschen bilden in meinen Augen ein gutes System.

Fazit

Bei Tests sollte man objektiv sein und sowohl die Stärken, als auch die Schwächen aufzählen.

Auf die Stärken brauch man nicht mehr weiter eingehen, da die Jacke als solches überzeugt hat und auch die für mich persönlichen KO Kriterien wie eine vernünftige Kapuze durchaus bestanden wurden.

Als Schwächen kann man bei der Jacke wenn überhaupt die fehlende Unterarmbelüftung nennen. Ich selber habe sie aber bislang noch nicht vermisst, so dass es für mich persönlich keine Schwäche darstellt, da ich es noch nicht als solches wahrgenommen habe.

Für mich, rein subjektiv, bestehen keine Schwächen an der Jacke.

Links:
Herstellerseite

Weitere Bilder

Berghaus Temperance