Produkttest: X-Bionic Trekking Shirt Short Sleeve, das Technikwunder

Produkttest: X-Bionic Trekking Shirt Short Sleeve, das Technikwunder

14. September 2010 0 Von Redaktion | HikingGear.de

Unsere Touren dienen meist dazu sich Produkte genauer anzuschauen und ausgiebig zu testen. Meist ist es ja so, dass man Produkte auf dem ersten Blick ganz gut findet, in der Werbung bzw. in Foren hochgepriesen werden und dann in der Realität durchfallen.

Seit längerer Zeit bin ich auch immer skeptisch gewesen, wenn man sich die Produkte der Marke X-Bionic anschaut, denn sie besitzen meist eine Fülle von Technologien und Konzepten, wobei dies für mich damals immer etwas übertrieben wirkte. Schaute man sich die Produkte nur im Netz an oder in Katalogen, dachte man beim Anblick z.B. der Socken, „sind das nicht nur Socken? Wie kann man bei Socken x-Patente, Technologien, etc. realisieren? Bzw. was sollen die Socken mehr können, als andere Socken?“ Man ist also gerade dort mit vielen Vorurteilen behaftet.

Auf der diesjährigen OutDoor haben wir uns mal an den Stand von X-Bionic gewagt und haben die Produkte genauer in Augenschein genommen.

Der erste Eindruck

Man muss als Skeptiker eingestehen, dass die Produkte in der Haptik doch schon stark abweichen von den Produkten, die man sonst in den Händen hält. Vergleiche ich z.B. ein normales Kunstfaser-Shirt oder eins aus Merino mit dem X-Bionic Trekking Shirt, so ist es 100x aufwendiger verarbeitet und vom Gefühl so weich, wie ein Baumwoll oder Merino-Shirt. Kein Gefühl des stark künstlichen auf der Haut, wie man es bei so manchen Kunstfaser-Shirt erleben kann.

Die höhere Verarbeitung ist den Technologien und den daraus resultierenden Annehmlichkeiten geschuldet, denn diese sind nicht nur bloß aufgezählt, sondern auch optisch erkennbar.

Getestet in Lappland

Wie ich aber bereits schon darauf hingewiesen habe, sollte man sich nicht immer beeinflussen lassen, sondern sich überraschen lassen, ob Produkte nun gut sind oder eher nicht. Für Lappland hatten wir nun u.a. ein Trekking Shirt Short Sleeve für Tests bekommen, denn die Tour war klassisch als Trekkingtour mit gemäßigten Gewicht geplant. Das Rucksackgewicht lag somit statt bei 9, nun bei ca. 17 kg. Der Rucksack war dementsprechend auch wahrnehmbar und sorgte für optimale Bedingungen, wie Druck auf Schulter oder Hüfte bzw. für das typische Schwitzen am Rücken.

Ein weiterer Punkt für das optimale Testen war das recht wechselhafte Wetter, denn es variierte zwischen Polo-Shirt-Wetter bis hin zum Winter mit Temperaturen unter 0°C und Schnee. Als dauerhaftes Kleidungsstück am Körper sollte das Trekking Shirt nun zeigen, was es kann.

Mag es im losen Zustand noch sehr verschnitten und zwei Nummern zu klein wirken, so ist das Shirt im getragen Zustand hauteng und perfekt passend. Laienhaft bezeichne ich mal das 3D-BionicSphere-System als Schweißkanäle, die man im getragenen Zustand sehr gut erkennen kann. Sie liegen jeweils in den Partien, wo man am meisten schwitzt und sorgen auch auf Tour spürbar für ein gutes Körperklima. In der Theorie und in der Praxis bestätigt, kühlt es, wenn man im Sommer schwitzt und wärmt scheinbar, wenn es kälter ist. Während der Tour hatte ich es, wie sonst mein Merino-Shirt, pausenlos an. Ein Langarmshirt habe ich nicht vermisst, stattdessen bot sich das Shirt kombiniert mit Softshell oder Hardshell zu jeder Wetterlage an und man fühlte sich pudelwohl.

Auch wenn Rucksack-Hersteller oft eine sehr gute Belüftung der Rückenpartie versprechen, schwitzen kann man auch im noch so gut belüfteten System. Mein Lightwave Ultrahike 60 ist z.B. direkt aufliegend gewesen, dementsprechend ist der Rücken während der Etappen auch feucht geworden. Unangenehm spürbar ist es während des ganzen Tages nicht gewesen. Untypisch für Kunstfaser-Shirts bestand auch abends im Camp nicht der Wunsch das nun feuchte Shirt auszuziehen. In dem Punkt gibt es so schon mal eine starke Abweichung im Vergleich zu vielen Kunstfasershirts, die zwar schnell trocknen, wenn man jedoch nicht mehr in Bewegung ist, nass sehr unangenehm auf der Haut sind.

Bei den Underam-Sweattraps kann man das gleiche sagen, wie zu den 3D-BionicSphere-System, sehr aufwändig gemacht und scheinbar auch sehr wirkungsvoll. Egal zu welchem Zeitpunkt der Tour, das Gefühl des Schwitzens oder eben „…da läuft mir der Schweiß herunter.“ war nicht wahrnehmbar.

Das AirDuct System, sprich die besonderen Polsterungen an der Hüfte oder Schulter, kann man schlecht beurteilen, da in den Tests meist eine Softshell oder eben eine Hardshell getragen wurde. Angenehm ist das Tragen des Rucksacks aber trotzdem gewesen, wobei man aber auch eingestehen muss, dass die Polster des Ultrahike sehr gut sind und von sich aus einen guten Komfort bieten.

Fazit

Ich gehe mal extra nicht auf die Preise ein, denn da driftet man in der Regel vom wesentlichen ab und das ist in meinen Augen das Produkt und was es kann.

Aus meiner Sicht gibt es kein vergleichbares Produkt zum X-Bionic Trekking Shirt Short Sleeve. Vergleiche mit Standard-Kunstfasershirts werden dem genauso wenig gerecht, wie ein Vergleich zu einem Merinoshirt. Kunstfasershirts sind in der Regel recht simpel konstruiert, haben den Vorteil, dass sie schnell trocknen und eben je nach Qualität billig sind. Merino ist teurer und man fühlt sich darin auch noch halbwegs wohl, wenn man nass geschwitzt ist, da sie feucht auch noch wärmen. Das X-Bionic Shirt vereint beide Vorteile der Shirts. In meinen Augen etwas wie ein Hybrid, wobei ich spontan gesagt hätte das ideale Shirt für den Sommer. Während der Tour hat es nun auch in winterlichen Bedingungen gezeigt, dass es optimal ist, nur würde ich wohl zu einer Langarm-Version tendieren, die es scheinbar (noch) nicht gibt.

Bei unserem Wintereinbruch hatte ich die Berghaus Temperance als äußere Schicht, die Norrona Bitihorn Windstopper als mittlere Schicht und das X-Bionic Trekking Shirt Short Sleeve als Baselayer und ich war zu warm angezogen. Wenn man sich vor Augen führt, dass man ein Kurzarm-Shirt und eine hauchdünne Microfleece-Schicht in der Softshell als einzige Isolierung bei Minusgraden trägt, so ist das schon eine gute Leistung vom X-Bionic-Shirt.

Rein optisch ist das X-Bionic Trekking Shirt wohl eher als Unterwäsche anzusehen. Ich würde es z.B. nicht beim Stadtbummel & Co als äußere Schicht anziehen oder wenn ich Touren in Deutschland auf dem Rothaarsteig mache. In der Einsamkeit Lapplands wäre mir die Optik dann aber auch egal 😉

Unterm Strich kann man sagen, das Shirt, aber auch X-Bionic haben mich überzeugt. Spontan gäbe es rein vom Shirt und deren Technologien keine Abstriche oder Punkte an denen man etwas bemängeln könnte. Die Verarbeitung ist sehr gut und genauso wie das Shirt selber, ist auch die Verpackung in einem großen Karton sehr aufwendig gemacht.