Gore-Tex Active Shell – Individuelle Bedürfnisse und individuelle Lösungen

Gore-Tex Active Shell – Individuelle Bedürfnisse und individuelle Lösungen

3. Oktober 2012 0 Von Redaktion | HikingGear.de

Individuelle Bedürfnisse – individuelle Lösungen

So vielfältig die Angebote an Regenjacken auch sein mögen, so umfangreich sind auch die Bekleidungslösungen. Wie man zuvor schon geschrieben hat, sind die GORE-TEX® Active Shell Kleidungsstücke besonders atmungsaktiv. Nun kann man sagen, dass auch die GORE-TEX® Pro Shell Jacken durchaus ihren Komfort geboten haben, nur gibt es genügend Outdooraktivitäten bei denen man seinen Puls in die Höhe und den Schweiß aus den Poren treibt. Gut gerüstet kann man bei sehr bewegungsintensiven Aktivitäten in GORE-TEX® Active Shell sein, wenn man auch darunter beachtet, dass die Technologie sich auf den Next-to-Skin Komfort ausrichtet. Desto mehr Schichten bzw. desto dicker diese sind, umso weniger wird man von den Qualitäten der Technologie profitieren. Ratsam wäre es, wenn man darunter auch eine Mapping-Technologie ähnlich der Gore Comfort Mapping Technolgie berücksichtigt, bei der in Zonen mit höherem Isolationsbedarf die Schichten dicker, in Zonen mit höherem Bedarf an Atmungsaktivität die Schichten dünner sind. Das Grundkonzept sollte dabei immer so sein, dass die Active Shell Membran so nah wie möglich auf die Haut kommt und so der Schweiß nach außen entweichen kann. Auch wenn man am Seeding Garment dieses nicht direkt ableiten kann, so lässt sich doch bei einigen Marken der unterschiedliche Schnitt zwischen Pro Shell und Active Shell im direkten Vergleich erkennen. Die Berghaus Active Shell Jacke ist in identischer Größe deutlich schmaler geschnitten, als das Berghaus Pro Shell Produkt. Wer sich für Active Shell interessiert und bislang Pro Shell trug, der sollte sich diesen subjektiven Eindruck merken.

Für das Laufen und Speedhiking gemacht…

Bei Aktivitäten wo die Jacke nicht gescheuert wird, kann man Active Shell kompromisslos ausreizen. Rucksäcke und Felswände sind im allgemeinen die Feinde der Active Shell Membran und sorgten gern mal für negative Bewertungen in Tests. Inzwischen gibt es aber übrigens auch Active Shell Jacken für den Trekkingbereich, als Beispiel sei hier die Mountain Equipment Firefox genannt, die wir selber auch schon bei uns im Netzwerk getestet haben.

Wird die Jacke weniger im Stand, also z.B. beim Sicherm im Kletterbereich und stattdessen beim Laufen, Radfahren oder im Winter beim Schneeschuhgehen getragen, kann die Isolation geringer ausfallen und so der Next-to-Skin Komfort bei den Active Shell Produkten deutlich besser wahrgenommen werden. Beim Sport schwitzt man, umso wichtiger ist es, wenn die Jacke nun dem Prinzip „den Schweiß weg von der Haut“ folgt. Rein von der Konstruktion gibt es bereits hierfür von Seiten Gore-Tex® Vorkehrungen in der Produktion um die Materialien einerseits so dünn wie möglich zu gestalten, andererseits wurde die textile Abseite durch eine patentrechtlich geschützte Laminatstechnologie direkt in die Membran integriert. Durch beide Massnahmen wirkt der Stoff von der Haptik deutlich dünner und komprimierter als Pro Shell.

Next-to-Skin Komfort

Was sich so liest wie eine typische Marketingfloskel ist aus unserem subjektiven Eindruck tatsächlich mal etwas, was sich bewahrheitet. Mit der Active Shell Membran hat man nun endlich eine Jacke gefunden, die man nicht nur für Schlechtwetterkapriolen anziehen mag, sondern ganz bewußt schon vor dem Regen und stürmischen Wind anziehen kann. Es gibt zwar durchaus Stimmen, die die Haptik wie auch schon beim Pro Shell bzw. Paclite Shell ohne einem textilen Liner mit einer Plastiktüte auf der Haut vergleichen, doch ist unser Empfinden gewesen, dass die Jacke sich äußerst angenehm anfühlte. Man würde auf hohen Niveau quängeln, wenn man im direkten Vergleich zwischen Pro Shell und Active Shell, das zuletzt genannte als rauer und strukturierter bezeichnen würde. Anhand der Optik kann man jedoch das Resultat der bereits genannte Laminatstechnologie sehr gut erkennen.

Beim Laufen….

Als Laufjacke im Herbst, aber auch als klassische Regenjacke beim Laufen ist unser Seeding Garment ideal gewesen. Selten gab es eine Jacke, die so angenehm auf der Haut gewesen ist, wie die GORE-TEX Active Shell Jacke, denn man mochte sie so z.B. schon als Windbreaker tragen, wo man normalerweise eher mit einer Softshell oder eben einen typischen Windbreaker seine Läufe gemeistert hätte. Wichtig ist hierbei aber auch zu erwähnen, dass wir beim Laufen Oberteile verwendet haben, die von sich aus bereits durch ihre Oberflächenstruktur den Schweiß deutlich besser vom Körper weg transportiert haben, als z.B. ein 08/15 Kunstfaser-Shirt.

Nun gibt es leider viel zu oft die Momente, wo man seine Regenjacke als Windbreaker überstreift, sie pausenlos trägt und immer mal wieder den Puls nach oben treibt. Die Spreu vom Weizen trennt man dabei sehr schnell, denn nicht selten lief in der Vergangenheit beim Gebrauch anderer Jacken der Schweiß bereits die Ärmel herunter. Das dies nicht gerade angenehm ist, muss man hier ja nicht erläutern. Mit dem Seeding Garment zur Active Shell Membran konnte man zwar nicht immer eine 100% trockene und angenehme Umgebung schaffen, dies ist jedoch auch der Umgebung zu verdanken, die die Membran an ihre physikalische Grenzen bringt. Im Hochsommer wird man in der Jacke weniger Komfort erleben, als z.B. auf einer klassischen Wintertour, wo das Temperaturgefälle größer ist. Festzuhalten ist jedoch, dass nach unserem Empfinden diese Situationen deutlich geringer geworden sind.

Auf Schneeschuh-Wanderungen….

Für Eintagestouren beim Speedhiking ist das Material natürlich genauso gut zu gebrauchen, wie beim flotten Schneeschuh Wandern im Winter. Im vergangenen Winter kam bei uns die Active Shell Membran in Form der Berghaus Velum ebenfalls zum Einsatz. Wenn man für Wintertouren seine benötigte Isolierung gemäß des „Body Mapping“ verteilt, kann man auch im Winter mit einem Mindestmaß an Feuchtigkeit seine Touren meistern.

Interessant ist bei den beiden Aktivitäten mit Stockeinsatz ein Blick auf die Bewegungsfreiheit und auch wenn man hier abermals das Seeding Garment nicht als Referenzprodukt nehmen mag, so lässt sich mit dem Seeding Garment, der Berghaus Velum Smock und der Mountain Equipment Firefox einen Schritt zum körperbetonten Schnitt erkennen. Die Jacken sind im Vergleich zur ProShell Konkurrenz deutlich schmaler und eng anliegender, was wir persönlich für den sportlichen Einsatz als angenehmer empfinden. Ob eine Jacke rechts und links am Oberkörper 5cm breiter ist oder mit dem Körper abschließt merkt man beim Laufen, Radfahren oder eben beim Schneeschuhwandern deutlicher, als wenn man beim Trekking mit Rucksack beladen ist oder eben nur einen entspannten Spaziergang erledigt.

Fazit

Mit der Active Shell Technolgie ist GORE-TEX® etwas für die individuellen Bedürfnisse sehr gutes gelungen. Wenn man gerade beim Sport eine Jacke für den Wetterschutz gesucht hat, so ist man mit der Active Shell Jacke sehr gut beraten. Anders ist es jedoch, wenn man eher der entspannte Wanderer ist oder nur mal für das Gassigehen mit dem Hund eine Regenjacke sucht. In diesen Fällen ist die Active Shell Jacke durch den Schnitt zum einen zu schmal, zum anderen wäre man mit den einfacheren GORE-TEX Produkten besser beraten. Man muss sich hierbei nur vor Augen führen, dass man sich beim zwanglosen Spazierengehen nicht immer an die Bekleidungsvorgaben halten wird, man dort nicht so immens schwitzen wird bzw. sich wohl eher mit einer zivileren Außenjacke ausstatten möchte. Rein vom Preis macht sich das Active Shell im Vergleich zur einfachen Zweilagenjacke ebenfalls bemerkbar. Im rein sportlichen Bereich gibt es für uns bislang keine Alternative zum Active Shell.