Icebreaker M Sierra+ Hood – Natur trifft Technik, wir haben es getestet!

Icebreaker M Sierra+ Hood – Natur trifft Technik, wir haben es getestet!

11. März 2013 0 Von Redaktion | HikingGear.de

Wer nicht nur kurze Tagesetappen am Wochenende meistert, sondern über viele Tage oder Wochen in der Natur beim Trekking unterwegs ist, der wird sich immer mehr und mehr dem Merino annähern. Verglichen mit Kunstfaser bietet die feine Merinowolle gerade auf langen Touren als Baselayer einige Vorteile, denn wer sein Kunstfasershirt zum Beispiel länger tragen mag, der wird schon nach kurzer Zeit zum Wäschewaschen genötigt.

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Mit dem Icebreaker M Sierra+ Hood haben wir jetzt zwar keinen Baselayer für Euch, jedoch die logische Konsequenz für ein abgestimmtes Tragekonzept. Was man beim Baselayer begonnen hat, das soll man als Midlayer nicht unterbrechen, so mag man sich inzwischen vorkommen, denn es gibt nun eine Fülle an technischen Midlayer, die aus Merinowolle bestehen.  Die neuseeländische Marke Icebreaker bietet hierbei jedoch nicht „nur“ die Option des immer dicker werdenden Midlayer Material an, sondern bietet bald mit dem Sierra+ Hood eine Kapuzenjacke, wo sich wahrlich Natur und Technik trifft.

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Vorweg gesagt, möge man sich nicht irritieren lassen, denn es gibt gerade noch das Icebreaker Sierra Jacket bzw. Hood. Beachtung sollte daher das „+“ finden, denn wohl aufbauend auf das beliebte Sierra Hood gibt es nun noch das gewisse Extra in Form von Nanotechnologie.

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Materialien

Inzwischen keine Modeerscheinung sind die „Hybrids“, sogenannte Produkte, die die Eigenschaften bzw. Materialien diverser eigenständiger Produkte vereinen. Das Icebreaker W Cascade+ Hood, das Pendant für Frauen und eben das hier präsentierte M Sierra+ Hood bieten diese sichtbare Hybridkonstruktion. Nehmen wir die Icebreaker M Sierra+ Kapuzenjacke, so haben wir einerseits eine klassische Merinojacke, andererseits gibt es auch eine Vielzahl an Regionen, wo anderes Material verwendet wurde. Gut sichtbar durch die verschiedenen Oberflächenstrukturen. Gehen wir nun aber mal aus dem sichtbaren Bereich mehr ins Detail, so ist die Jacke aufbauend auf dem beliebten Realfleece gepaart mit Nanotechnologie und stragtegisch angebrachten Softshell-Einsätzen.

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Gerade die Softshelleinsätze sind so angebracht, dass man die zum Körper abgewandte Seite z.B. bei den Ärmeln mit Softshell bestückt hat, die zum Körper gerichtete Seite wiederum „nur“ aus Realfleece besteht. Desweiteren sind die Partien, die z.B. beim Rucksacktragen größer beansprucht werden ebenfalls durch das Softshellgewebe vor den Rucksack- oder Klettergurten geschützt. Die Front, aber auch der eigentliche Rücken mit Ausnahme der Schultern ist ebenfalls aus luftigen Realfleece. Mit Blick auf die möglichen Verwendungen also eine Jacke, die sich eignet für Wanderungen bis hin zu Trekkingtouren, Ski-Tage und natürlich auch für andere Outdoor-Abenteuer. Wer seine Outdoorbekleidung auch gern fern der Trails und Gipfel tragen mag, hat hier auch die gewohnt zivile Optik geboten.

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Taschen

Zur Alltagstauglichkeit sei auch noch der Hinweis angebracht, dass man hier wie schon gewohnt auf drei Außentaschen blicken darf. Prinzipiell hätte man zusätzlich auch noch die „Innenbeutel“ der Fronttaschen als eigenständige Taschen. Die außenliegende Napoleontasche ist leicht versteckt und verbirgt sich hinter einer Abdeckleiste. Im Innern bietet diese einen Kopfhörerausgang für den im Alltag wohl öfters genutzen MP3-Player bzw. Mobiltelefon. Genauso wie die Napoleontasche sind auch die beiden seitlich angebrachten Fronttaschen mit einem RV zu verschließen. PitZips oder dergleichen vermisst man nicht, denn für ein gutes Wohlfühlklima sorgt das RealFleece, das deutlich luftiger ist als eine reine Shelljacke.

IMG_0288Tragekomfort

Trägt man die Jacke nun im Alltag, auf Wanderungen oder eben im Winter an Ski-Tagen, so fällt einem direkt der angenehme Tragekomfort auf. Man selbst hat die Jacke zwar leider eine Größe zu klein bekommen, dafür erlebt man die Symbiose der verschiedenen Materialien sehr gut. Das Realfleece z.B. ist dehnbar und bietet zwar mit seinen 260 g/m „Stärke“ reichlich Wärme, ist jedoch zugleich auch noch luftig genug um nicht zu schwitzen.  Die Atmungsaktivität ist daher gewahrt und auch auf dem Rücken beim Tragen eines Rucksack ist es deutlich schöner, wenn man „nur“ Merinowolle und nicht gleich eine dichte Membran hat. Anfängliche Skepsis bereiteten hingegen die Softshelleinsätze. Fraglich war in erster Linie ob und inwiefern sich diese in der Praxis bewähren. Nun stellt man zwar von Seiten Icebreaker mit dem Icebreaker M Sierra+ Hood keine klassische Regenjacke in Frage, es ist aber eine Jacke bei der man vor Wind und Wetter geschützt ist ohne die Atmungsaktivität und den Komfort von Merinowolle einzuschränken. Nicht nur mit Blick auf den Rucksackeinsatz, die Auflagenflächen von Schulter- und Hüftgurt, sondern vorallem auch von wo kommt der erste Nieselregen oder Wind, sind die Softshelleinsätze gut angebracht. Sicherlich hätte man auch noch die Front mit Softshellgewebe bestücken können, dies würde jedoch schon fast dem M Stealth Hood entsprechen, wo man dann eine Softshelljacke hätte, bei der lediglich nur noch die Innenseite aus Merinowolle bestehen würde.

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So technisch wie nötig, so schlicht wirkend wie möglich

Gibt man sich noch im Verborgenen der Technik hin, so bietet die Jacke auch in ihrer übrigen Optik eine erfrischende Schlichtheit betreffend der Details an. Vermissen muss man bei dieser Jacke auf Nichts, sehen davon muss man aber genauso wenig und das ist auch wiederum das Schöne an Icebreaker. Natürlich ist die Kapuze an drei Stellen verstellbar und so ist auch die Abdeckleiste für die am Hinterkopf befindliche  nicht sichtbar unter einer Abdeckleiste versteckt. Die beiden Fronteinstellmöglichkeiten sind hingegen der gängigen Praxis bei Outdoorjacken aber auch nicht im Fokus, sondern schön dezent angebracht. Daumenschlaufen gibt es nicht, auch keine Einstellmöglichkeit am Ärmelbund, dafür aber eine integrierte Armstulpe für den bündigen Abschluss am Handgelenk. Ebenso dezent untergebracht auf der Innenseite ist der Kordelzug im Saum.

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Fazit

Eine perfekte Jacke, wo man jedoch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen sollte. Icebreaker macht mit dem M Sierra+ Hood das klassische Sierra Jacket oder allgemein gesagt den Merino Midlayer deutlich besser. Das „besser“ bezieht sich wiederum auf den gesteigerten Wetterschutz, denn hier hat die reine Merinowolle bislang dem Wind und dem Regen nichts entgegen zu setzen. Durch diesen neuen Materialmix aus Merinowolle mit Nanotechnolgie, aber auch durch die Softshelleinsätze ist man etwas unabhängiger vom Einsatz einer Hardshell geworden, denn nun kann der Merino Midlayer auch schon mal dem Wind und dem leichten Nieselregen trotzen, eben unterm Strich einen halben Wetterschutz bieten. Gänzlich auf eine Hardshell zu verzichten oder überhaupt diese Icebreaker Jacke mit einer Hardshell direkt zu vergleichen, kann man jedoch auch nicht.

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Wir sind jedoch vom Konzept begeistert, denn auch wenn man Merino auf Tour nicht mehr missen mag, hatte dieses Material auch seine Grenzen. Auf Tour das Oasis Crewe als fester Bestandteil als Mid- und eben nicht als Baselayer konnte man es zwar gut durch das „alte“ Sierra Jacket ersetzen und dabei noch etwas Wärme bekommen, es wurde jedoch oftmals mit einer Softshelljacke ergänzt oder musste eben der Hardshell gänzlich weichen. Auf unseren Wanderungen haben wir bislang schon beobachten können, dass wir seit dem Sierra+ zur vollständigen Softshelljacke nicht mehr gegriffen haben.

Kleiner Wehmutstropfen gibt es trotzdem noch: Das Icebreaker M Sierra+ Hood ist erst ab August 2013 im Handel.