Review: MSR WindBoiler – Solokocher mit der Reactor-Technologie im Praxistest

Review: MSR WindBoiler – Solokocher mit der Reactor-Technologie im Praxistest

25. Mai 2015 0 Von Redaktion | HikingGear.de

Auf einer klassischen Trekkingtour darf man vieles sein, erschöpft nach einer langen Etappe, beeindruckt von der sich unterwegs bietenden Landschaft und natürlich hungrig, denn der Körper fordert bei dieser Belastung besonders viel Zuwendung in Form von Trekkingnahrung.

Die jeweiligen Vorlieben nach Trekkingnahrung können kaum unterschiedlicher sein. Der ein oder andere mag lieber alles frisch und selbst zubereitet, zwingt sich jedoch unterwegs auch mehr Ballast auf. Wiederum wohl die Mehrheit der Wanderer ist jedoch mit den fertigen Mahlzeiten zufrieden und so erklärt es sich auch, warum die aufeinander abgestimmten Kochsysteme steigende Beliebtheit genießen.

Für fertige Mahlzeiten oder anders gesagt, dehydrierte Nahrung bedarf es in der Regel lediglich dem Zusatz von heißem Wasser. Perfekt somit für schnelle, sparsame Kochsysteme, in denen man zwar selbst nur umständlich kochen kann, die jedoch ruckzuck heißes Wasser bieten. Wohl das klassische Beispiel für so ein System kommt von der Marke MSR und ist dort als Reactor® bekannt geworden. Alles nötige in einem kleinen Packmass verstaut und zugleich ein System in der Hand, dass ideal ist für Rucksackabenteuer nicht nur in der Ebene, sondern zugleich auch für den typischen Wochenend-Camper.

MSR WindBoiler im Praxistest  001

Nach unseren Bergtouren in Österreich im vergangenen Jahr haben wir nun nicht schon wieder den MSR Reactor getestet, sondern uns direkt das neueste Modell der Familie angeschaut, bei dem auch hier wieder die inzwischen preisgekrönte Reactor® Technologie zum Einsatz kommt. Das WindBoiler-Kochersystem ist nun genau das Kochsystem, womit man als Soloreisender glücklich werden könnte. Kleiner als die übrigen Systeme, aber voll ausgestattet mit den wichtigsten Funktionen. Wir hatten den MSR WindBoiler-Kocher nun auf Mallorca und in Belgien im Praxistest und präsentieren Euch nun hiermit unser Review.

MSR WindBoiler – Kochersystem

Es gibt natürlich auch Touren, bei denen spielt das Packmass eine nebensächliche Rolle. Für uns beim Trekking ist der 1. Eindruck vor allem dadurch geprägt, dass man dieses System in seinen jeweiligen Bestandteilen platzsparend im Topf verstauen kann. Diesen Kocher nebst Topf nun im Rucksack zu verpacken, ist so nun äußerst bequem. Mit einem Handgriff hat man ebenso nun alles in einer Hand. Die Alternative wäre natürlich alles einzeln zu kaufen, jedoch ist z.B. Topfset von Firma A und Kocher von Firma B vielleicht auf der Waage deutlich leichter (455 g beim MSR WindBurner 1.0l), nicht jedoch günstiger in der Anschaffung oder platzsparender im Rucksack. Von dem Vorteil in der Effizienz der aufeinander abgestimmten Kochersysteme sind die einzelnene Bundles ohnehin meist weit entfernt.

Verbrauch (pro h): ca. 150 g

Verbrauch (pro l): ca. 12 g

Wie nun bei vergleichbaren Kochsystemen ist der Gaskocher nun auch hier wieder fest mit dem Wärmetauscher verbunden und besitzt selber für den Strahlungsbrenner ein sehr effizient abgeschirmtes und windsicheres Design. Die Bastelei aus diversen Bauteilen entfällt somit. Ebenso hat man direkt im Topf auch die benötigte Gaskartusche. Ein 0,5 Liter Becher dient zugleich auch als Schutz für den Wärmetauscher und kann natürlich ebenso wie der Topf mit seiner Skala als Messbecher dienen. Beim Deckel lassen sich ebenso nützliche Details entdecken, denn auch hier hat man neben der eigentlichen Deckelfunktion auch an den Wunsch gedacht, aus dem Topf zu trinken oder „Nudelwasser“ abzugießen. Dank Trinköffnung und Sieb auf der gegenüberliegenden Seite auch hier wieder kein Problem.

MSR WindBoiler im Praxistest

Wir hatten im Laufe der Jahre auf unseren Trekkingtouren schon diverse „Personal-Cooking“-Systeme im Einsatz, das MSR System wirkt nun einerseits robuster, aber auch zugleich auch mit dem Zubehör hochwertiger. Dabei sieht man vor allem auch die langjährige Erfahrung durch die Reactor Systeme. Vermissen könnte man die Piezozündung, aber der Anspruch von MSR ist hier erkennbar, dass man anfällige Bauteile vermeiden wollte.

MSR WindBoiler im Praxistest  005

Auf Tour präsentiert sich das System ausgereift und zugleich leicht bedienbar. Wenn man nicht gerade sein Feuerzeug verliert oder nicht an Streichhölzer gedacht hat, lässt es sich problemlos bedienen. Dabei ist die Regelung der Kocherleistung einfach und präzise. Durch den Standfuß stand der Kocher sicher auf dem Boden und beim eigentlichen Essen aus dem Topf liegt der Windboiler durch den stabilen Griff gut in der Hand. Insgesamt kann man das Handling nun nach der Testtour als gut bezeichnen.

Fazit

Grammjäger finden sicherlich im Gewicht noch das Haar in der Suppe, aber zugleich wäre im Endergebnis auch das einzusparende Gewicht des Brennstoffs ein Faktor, den man bei den 455 g berücksichtigen sollte. Unterm Strich fällt unser Fazit zum Kocher sehr positiv aus. Das ist einerseits natürlich dem beiliegenden Zubehör zu verdanken, welches bereits den 1. Eindruck geprägt hat, anderseits ist der Kocher aber auch robuster und dadurch hochwertiger als manch ein Konkurrenzprodukt.